Der Grabstein

Für viele Menschen ist es wichtig, ihren Toten ein sichtbares Andenken zu schaffen und das Grab mit einem Grabstein zu kennzeichnen. Seit Alters ist das Grabmal ein Ausdruck der Totenverehrung. Die ältesten Zeugnisse der Menschheit sind Grabmale, beispielsweise die Pyramiden. In einem Grabmal drückt sich die gesellschaftliche Stellung einer Person aus. Auf den Friedhöfen des 19. Jahrhunderts ließen sich Familien mit Geld und Prestige repräsentative Gräbern und teure Mausoleen errichten. Das ist heute nicht anders: ein Grabmal ist noch immer ein Privileg, das nicht bei allen Grabarten möglich ist. Allerdings kann ein Grabmal mit einfachen Mitteln auch selbst hergestellt werden, wie ich unten zeige.

Manche Grabmale erzählen eine Geschichte über das Leben oder die Essenz der Toten. Neben Namen und Lebensdaten können darauf auch die Unterschrift, der Herkunftsort, der Beruf, religiöse Zitate, Wünsche oder das Lebensmotto der Toten eingraviert sein. Es muss nicht der volle Name auf dem Grabmal angegeben sein. Es kann dort auch nur der Vorname oder ein Kosename stehen.

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Auch jenseits des Schriftlichen spricht das Grabmal: Das Material kann Stein, Holz, Metall, Glas oder deren Kombinationen sein. Persönliche Gegenstände, Klangspiele, Insektenhotels oder Vogeltränken können darin integriert sein. Die Formen und Gestaltungsmöglichkeiten sind vielfältiger als wir es gemeinhin im Kopf haben. Hier sind Beispiele von drei Berliner Bildhauer_innen, die sich auf die Biografien der Toten einlassen: Konscha Schostak, Michael SpenglerMatthias Heinz.

Marmorgrabstein Grabmal    

Viele Berliner Friedhöfe bieten außerdem Grabpatenschaften an. Vom Verfall bedrohte Grabmale werden durch eine Grabpatenschaft wiederhergestellt. Mehr Informationen gibt es bei der Stiftung historische Friedhöfe. In dem virtuellen Katalog Berliner Grabmale retten kann man sich die Früchte der Grabpatenschaft ansehen.

Den Grabstein selbst machen

Ein gekaufter Grabstein kostet zu Recht viel Geld. Deswegen möchte ich zeigen, dass es auch Alternativen gibt. Es ist beispielsweise möglich, einen Findling im Wald zu suchen und selbst anzumalen. Auch der Ziegelstein im quadratischen Format oder das Holzkreuz sind preisgünstige Alternativen. In der Regel müssen die Grabsteine von der jeweiligen Friedhofsverwaltung genehmigt werden. Jeder Friedhof hat hier andere Auflagen, deswegen ist es wichtig, im Vorfeld abzuklären, was möglich ist.

 

  

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