„Unter jedem Grabstein liegt eine Weltgeschichte“ Heinrich Heine
Folgende Berliner Steinmetze empfehlen wir gerne, weil sie sich auf die Biografien der Verstorbenen einlassen. Sie alle bieten an, die Steine oder das Material zusammen mit den Zugehörigen auszusuchen und zu gestalten.

Matthias Heinz ist ein Künstler mit Liebe zum Ästhetischen und Filigranen, zu Typographie und Dekor. Seine Grabzeichen nennt der studierte Bildhauer daher Grabskulpturen.
Für den Prozess der Gestaltung nimmt er sich Zeit und nähert sich behutsam dem Verstorbenen und dessen Lebensgeschichte an. Vom ersten Gespräch über die Wahl und die Sichtung des Rohmaterials und die Ausgestaltung der Skulptur werden die Zugehörigen eng eingebunden. Nach und nach dürfen sie ihre Ideen und Vorstellungen entwickeln. Trauer ist ein Prozess und die Gestaltung einer individuellen Grabskulptur darf es auch sein.
Von Laura Jatkowski wird man in ihrer „Werkstatt der Erinnerung“ sehr freundlich und mit einem Händedruck begrüßt. Die gelernte Steinmetzin und studierte Bildhauerin hört erst einmal gut zu, bevor sie gemeinsam mit den Zugehörigen Ideen entwickelt.
Jeder Stein greift die Biografie oder die Leidenschaften des verstorbenen Menschen auf, sodass ein einzigartiges, persönliches Grabmal entsteht. Die Zugehörigen können Laura nach Absprache jederzeit besuchen und am Entstehungsprozess des Steines teilhaben.

Von Trost, Erinnerung, Freude und Dankbarkeit erzählen Konscha Schostaks Grabmale. Aber auch von den Brüchen und Unebenheiten im Leben der Toten. Konscha Schostak wendet sich dem ganzen Menschen zu.
Die Bildhauerin, Restauratorin und Kopistin, die sich unter anderem in Michelangelos Steinbrüchen in der Toskana ausbilden ließ, pflegt eine klare Formensprache. Sie übersetzt die Worte der Zugehörigen in Form und Material. Dabei entstehen große Grabzeichen und solche, die man in der Tasche tragen kann. Ihre Werkstatt befindet sich in der Frauengenossenschaft WeiberWirtschaft in Berlin-Mitte.
Steinmetze

Michael Spengler – ein Bildhauer und zugleich ein Philosoph, der sein Handwerk und sein Denkwerk beherrscht. Seine Werkstatt befindet sich in einem umgebauten Überseecontainer, sein Büro in einem restaurierten Zirkuswagen auf dem Elisabethfriedhof in Berlin-Mitte.
In diesem schönen Zirkuswagen stellt er den Zugehörigen erst einmal viele Fragen über die Verstorbene: „Welche Farben, Landschaften, Baustile, Möbel, Pflanzen, usw. hat die Tote gemocht? Liebte sie das Meer oder das Gebirge? Wie war ihr Charakter? Was waren ihre Abneigungen? Wie war ihre Lebensanschauung? Womit hat sie ihren Tag verbracht?“
Oft erzählen seine Grabzeichen eine Geschichte, die die Essenz der Toten widerspiegelt. Beindruckend ist der neunzigminütige Kinofilm „Der Stein zum Leben“ über Michael und seine Arbeit: