Wie riecht der Tod?

Verwesungsgeruch

Die Frage nach den Gerüchen des Todes treibt viele Menschen um. Ja, der Tod riecht – so wie alles Menschliche. Der Verwesungsgeruch eines Menschen ist süßlich, ein bisschen metallisch, aber nicht unbedingt unangenehm. Manchmal mischt sich darin der Dunst von Stuhl, Blut oder Schweiß. Daher waschen wir die Toten gründlich und ziehen ihnen frische Kleider an. Es gibt den alten Brauch, wohlriechende Kräuter wie Lavendel, Lorbeer oder Rosmarin zu den Toten zu legen. Sie mildern den Verwesungsgeruch. Vormals dienten sie zur Abwehr böser Geister.

Aus der biblischen Ostererzählung kennen wir die Totensalbung, bei der Jesu Leichnam nach drei Tagen mit kostbaren Ölen gesalbt werden sollte. Auch heute reiben wir den Toten die Hände und das Gesicht mit duftendem Öl ein, beispielsweise mit Zitrus, Rose oder Sandelholz. Manchmal bekommen die Toten ihre eigene Handcreme, ihren Lippenbalsam oder ihr Lieblingsparfum.

Wie riecht der Tod
Mit duftenden Ölen reiben wir den Toten die Hände ein.

Dass die Verwesung fortschreitet, verrät uns als erstes unsere Nase. Am Geruch merken wir schließlich, dass es Zeit für den toten Körper ist, in die Erde oder ins Feuer zu gehen. Im Krematorium riecht es nach Ruß und Rauch, nicht unähnlich einem Kartoffelfeuer. Der Körper verschmorrt nicht, sondern er fängt Feuer und seine Atome werden der Atmosphäre übergeben.

Bei der Trauerfeier dürfen wir uns an den Düften der Blumen erfreuen: Rosen, Gerbera, Lilien, Veilchen, Camille, Pfingstrosen und viele andere. Der schwere Duft der Blumen erfüllt oft die ganze Trauerhalle und trägt uns durch die Feier. Wir können das frisch geschnittene Holz des unbehandelten Sarges riechen.

Zuletzt wird der Sarg oder die Urne in die Erde gesenkt. Feucht und moosig riecht die Erde. In ihr haben wir alle unseren Ursprung. Erde zu Erde, Asche zu Asche und Staub zu Staub.

Urnengrab

Der Tod

Der Tod ist eine Blume,
die blüht ein einzig Mal.
Doch so er blüht, blüht nichts als er.
Er blüht, sobald er will, er blüht nicht in der Zeit.

Er kommt, ein großer Falter, der schwanke Stengel schmückt.
Du laß mich sein ein Stengel, so stark, daß er ihn freut.

Paul Celan

Autor: julian.heigel

Bestatter

2 Gedanken zu „Wie riecht der Tod?“

  1. Ich habe den Tod 2x begegnet,bei Unfällen,mann spürt,das eine Last zurückgelassen wird,und wird alles leichter und besser,mann fühlt sich wie Neu geboren,den 2 Tod habe meinen Vater erlebt,er war von Krebs befallen,und quellte sich,er wollte atmen,sein Zunge wurde blau,es war unetragbar sein Vater hilflos anzu sehen,seine Hände hat bewegt oben unten,ich konnte nicht bis Ende bei ihm sein,ging nach Hause,das Krankenhaus war in gleichen Stadt,jede Minute konnte das Ende für ihn sein,ich war sehr traurig und war mit den Kopf bei ihm,auf einmal sahe ich wie ein Passbild von ihm durch mein Augen durch ging,es Kamm näher und näher,und war weg,ich rufte meinen Bruder an,er sagte Vater ist Tod,warum Gott so die Menschen sterben lässt werde ihn nie verzeichen,er konnte bessere Wege finden,wen ich sterbe,habe viele Fragen an ihm,warum werden gute Bestraft,warum bringt Faule zu den fleißigen,und falsche Menschen in den richtigen,da hat er auch Fehler gemacht,ein Paradies muß vorläufig für gute Menschen sein,und der unsterbliche Paradies nach den Tod auch

  2. Danke für die Frage nach dem Geruch! Für mich riecht der Tod nach der Asche und Chrysanthemen. Die Feuerbestattung war der letzte Wunsch meiner Oma. Die Blumen erinnern uns aber jeden Herbst daran:) Danke für diesen Erfahrungsaustausch!

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